Bärenhöhle
Eine „dachlose" Karstformation aus tiefen, engen Felsspalten und Gängen —
benannt nach den hier entdeckten eiszeitlichen Überresten des Ursus spelaeus.
Eine besondere Karstformation
Die Bärenhöhle bei Borsec (rumänisch Peștera Urșilor, ungarisch Medve-barlang) ist eigentlich eine „dachlose" Karstformation aus tiefen, engen Felsspalten und Gängen. Es ist keine herkömmliche Tropfsteinhöhle — sondern etwas Spannenderes: ein natürliches Karstsystem mit gewaltigen Felsen und tiefen Klüften.
🐻 Die Höhle ist nach den hier gefundenen Fossilien des Ursus spelaeus, des eiszeitlichen Höhlenbären, benannt. Daneben liegt eine ähnliche Formation, die „Höllenvorhalle" genannte Höhle.
🌳 Das gesamte Gebiet gehört zur Karstzone Kerekszék — einem 40 Hektar großen geologischen und botanischen Naturschutzgebiet östlich von Borsec. Die Höhle liegt südlich des Tals des Bor-Bachs, in dem Tal, das die größten Travertin-Vorkommen (Süßwasserkalk) des Borsecer Beckens beherbergt.
💎 Der Kalkstein wurde vom einsickernden Wasser geformt — natürliche Erosion schuf die Gänge, Nischen und kleineren Höhlen.
Die Felsspalten der Bärenhöhle · lokale Quelle
Ursus spelaeus — Europas ausgestorbener Riese
🦴 Der Höhlenbär (Ursus spelaeus) ist eine ausgestorbene Art der Bärenfamilie, die vor etwa 250.000–300.000 Jahren im pleistozänen Europa auftauchte und mit dem Ende der letzten Eiszeit, der Würm-Kaltzeit, verschwand — vor rund 24.000 Jahren.
📏 Größe: Der Höhlenbär gehörte zu den größten Landraubtieren. Ausgewachsene Männchen konnten 400–500 kg erreichen — anderthalbmal so groß wie der heutige Europäische Braunbär.
🏠 Lebensweise: Der Höhlenbär war überwiegend pflanzenfressend und hielt Winterschlaf in Höhlen — gerade in solchen wie der Borsecer Bärenhöhle. Während des Winterschlafs starben viele Tiere — so sammelten sich die Fossilien an.
🔬 Europäische Bedeutung: In Siebenbürgen wurden an mehreren Stellen Höhlenbären-Überreste gefunden. Die Borsecer Exemplare bilden eine wichtige Fundstätte der eiszeitlichen Fauna des Karpatenbeckens — die Präsentation der Fossilien ist ein Kernstück des Borsecer Naturerbes.
Wie kommt man zur Bärenhöhle?
Die Höhle liegt nicht unmittelbar im Ortszentrum, sondern ist über einen angenehmen Waldspaziergang erreichbar. Die Tour ist leicht und auch für Familien geeignet.
Start vom Zentrum des Kurorts
Der Lehrpfad beginnt im Zentrum von Borsec. Die Markierung ist ein rotes Dreieck.
Vorbei an der Kossuth-Quelle
Der Pfad führt am Kossuth-Brunnen Nr. 10 vorbei — ein Schluck des eisenhaltigen Sauerwassers lohnt sich.
Weiter zur Petőfi-Quelle und zum Feengarten
Der Weg führt am Petőfi-Brunnen Nr. 11 und am Feengarten-Bad vorbei.
Ankunft an der Bärenhöhle
Mit dem roten Dreieck markiert, ist es ein 4 km langer Rundweg ab der Skipiste — gemütlich gegangen dauert die gesamte Tour 4–5 Stunden, mit Pausen und Verkostungen.
Die Bärenhöhle und ihre Umgebung
Felsentore und Spalten
Die Bärenhöhle ist kein geschlossener Hohlraum — sie wird durch eindrucksvolle Felsentore und enge Schluchten erreicht. Fichten und seltsam geformte Felsen umrahmen sie.
Höllenvorhalle
Eine ähnliche Karstformation direkt neben der Bärenhöhle — noch spannender, mit gewundenen Gängen und Nischen.
Eishöhle
Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Nähe — Teil des Karstsystems Kerekszék. Im Winter bilden sich darin eindrucksvolle Eiszapfen.
Travertinfelsen
Das Tal des Bor-Bachs ist das Gebiet mit dem größten Süßwasserkalk-Vorkommen (Travertin) des Borsecer Beckens. Eine geologische Besonderheit.
Mofetten
Im 40 Hektar großen Schutzgebiet finden sich natürliche Kohlendioxid-Gasaustritte — Mofetten, Zeichen postvulkanischer Aktivität.
Naturwald
Das Gebiet ist von Nadelwald umgeben, in einer unberührten Wildnis. Es ist Teil des botanischen Schutzgebiets.
Adrenalin rund um die Höhle
🪜 Rund um die Bärenhöhle wurde eine Via-Ferrata-Abenteuerstrecke angelegt — mit Hängebrücken, Eisenleitern und Zipline.
💪 Das Erlebnis eignet sich ideal für abenteuerlustige, sportliche Gäste — Sicherheitsausrüstung und Führung werden gestellt.
💳 Preis: ca. 50 RON pro Person für die gesamte Via-Ferrata-Strecke.
⚠️ Hinweis: Die Via Ferrata ist nicht vollständig kostenlos (kostenlos ist nur der Freiluft-Teil der Höhle) und erfordert eigene Ausrüstung sowie eine gewisse körperliche Fitness. Es empfiehlt sich, vorab im Tourismusbüro nachzufragen.
Die Bärenhöhle auf der Karte
Die Karte unten zeigt den genauen Standort der Bärenhöhle — östlich von Borsec, in der Karstzone Kerekszék. Klicke auf den Marker für Details.
Quelle: Excel-Datenbank A38 — GPS: 46.9662°, 25.56714° | Karte: OpenStreetMap
Nützliche Hinweise
Erreichbarkeit
- Lage: östlich von Borsec
- GPS: 46.9662° N, 25.5671° O
- Markierung: rotes Dreieck
- 4 km Rundweg ab der Skipiste
Wann
- Ganzjährig besuchbar
- Eintritt: KOSTENLOS
- Schönste Zeit: Mai – Oktober
- Bei winterlicher Kälte Vorsicht!
Was du mitnehmen solltest
- Wanderschuhe (Pflicht)
- Taschenlampe / Stirnlampe
- Wasser, ein kleiner Snack
- Eventuell eine Kamera
Tipps
- Mit dem Feengarten verbinden
- Via Ferrata: 50 RON pro Person, separat
- Plane einen Ausflug von 4–5 Stunden ein
- In tieferen Spalten Vorsicht!
Verwandte Sehenswürdigkeiten in Borsec
Feengarten-Bad
Auf dem Weg zur Bärenhöhle — Ergebnis der Gemeinschaftsarbeit von 2009
Naturschutzgebiet Hármasliget
Botanisches Schutzgebiet — rund um das Kerekszék-Gebiet
Pierre-Curie-Quelle
Ebenfalls am Fuß des Kerekszék — die einzige radioaktive Quelle in Borsec
Călimani-Gebirge
Der umliegende Vulkanzug — 15% des Kreises Harghita