Mineralquellen (Borviz)
Eines der reichsten Mineralwasservorkommen des Karpatenbeckens
über 60 Quellen in und um Bad Tuschnad
Quelle: helyismeret.konyvtar.hargitamegye.ro
Naturschätze des Szeklerlandes
Bad Tuschnad und seine Umgebung gehören zu den reichsten Mineralwasservorkommen des Karpatenbeckens: Dank der vulkanischen Nachaktivität — der Nähe des Ciomatu-Gebirges — finden sich hier mehr als 60 bekannte Mineralquellen (Borviz).
Die örtlichen Mineralwässer weisen eine Gesamtmineralisation zwischen 0,68 und 17,89 g/l auf. Ihre chemische Zusammensetzung ist außerordentlich komplex: kohlensäurehaltige, natriumchloridhaltige, calcium-magnesium-haltige, eisenhaltige, hydrogencarbonathaltige und überwiegend hypotone Wässer.
Ihre wissenschaftliche Untersuchung begann bereits in den 1860er Jahren — unter anderem mit den Analysen des Schweizer Chemikers Dr. Heinrich Dietrich aus dem Jahr 1866, die Graf Mikes Benedek auf eigene Kosten in Auftrag gab.
Pavillon der Apor-Quelle · helyismeret.konyvtar.hargitamegye.ro
Die bedeutendsten Mineralwässer
Das Wasser der Quellen Nr. 7 und Nr. 8 wird über geschlossene Leitungssysteme direkt in die Becken und Einzelwannen der Behandlungszentren geleitet — ihre starke gefäßerweiternde Wirkung wird in der Vorsorge- und Rehabilitationstherapie von Herz-Kreislauf-Patienten genutzt.
Eine außerordentlich ergiebige Quelle. Dank des hohen Eisengehalts ist sie sowohl für die innere Trinkkur als auch für äußerliche Badekuren bestens geeignet.
Eine der wärmeren Quellen. 1868 ließ Graf Mikes Benedek das Wasser auf eigene Kosten zur Analyse nach Zürich senden — sie bildet traditionell die Grundlage der Tuschnader Badekuren.
Enthält Bicarbonat, Natrium, Calcium und Magnesium. Vor allem für die innere Trinkkur empfohlen — insbesondere bei Verdauungsbeschwerden und Magenleiden.
Liegt 10 Gehminuten vom Kurort entfernt im Tannenwald und tritt aus einem felsigen Quellbett zutage. Ihr säuerliches Wasser eignet sich zur Behandlung von Atemwegs-, Darm- und Blasenleiden.
Hebt sich durch den hohen Gehalt an Kochsalz, Eisen und Jod von den übrigen Quellen ab. Die höhere Temperatur und die einzigartige mineralische Zusammensetzung machen sie zu etwas Besonderem.
Aufgrund ihres hohen Gehalts an gelöstem Kochsalz, Kohlensäure und Eisen zählen sie zu den wertvollsten warmen, salzigen, eisensäuerlichen Mineralwässern.
Zwei Heilmethoden, eine Quelle
Die therapeutische Anwendung der Mineralwässer teilt sich in zwei Hauptzweige — jeder entfaltet seine wohltuende Wirkung über einen anderen Mechanismus.
Die Trinkkur wird bei folgenden Beschwerden verordnet:
- Verdauungsstörungen
- Leber- und Gallenleiden
- Nieren- und Harnwegserkrankungen
- Stoffwechsel- und endokrine Störungen
Die Badewirkung resultiert aus dem Zusammenspiel dreier Faktoren: der Wassertemperatur, dem hydrostatischen Druck und der Mikromassage der CO₂-Bläschen. Indiziert bei:
- Chronisch-ischämischer Herzkrankheit
- Bluthochdruck, Herzklappenfehlern
- Chronischen Venenerkrankungen
- Rehabilitation nach Schlaganfall
- Balneogeriatrischen Kuren (für Senioren)
Die Welt der Quellen
Bildquelle: helyismeret.konyvtar.hargitamegye.ro
Bevor du aufbrichst
Erlaubte Aktivitäten
- Mineralwasserverkostung an den Quellen
- Trinkkur auf ärztliche Empfehlung
- Badebehandlungen in den Hotels
- Spaziergänge rund um die Quellen
Wichtige Hinweise
- Vor der Trinkkur den Arzt konsultieren
- Herzkranke: besondere Vorsicht
- In der Schwangerschaft ärztliches Einverständnis nötig
- Keine großen Mengen mitnehmen!
Anfahrt
- Apor-Quelle: zu Fuß vom Stadtzentrum
- Start neben dem O3zone Hotel
- Innerhalb des Ortsgebiets von Bad Tuschnad
- Auf markierten Spazierwegen erreichbar
Behandlungsmöglichkeiten
- Hotel Tușnad — Balneotherapie
- O3zone Hotel — Wellness
- Wellness Tușnad — Thermalbecken
- Bálványos Resort — Grand Santerra SPA
Wusstest du?
Der Legende vom Hirtenjungen zufolge watete ein Kind mehrmals durch den Mineralschlamm — und seine als unheilbar geltenden Hautausschläge heilten wundersam ab. Diese Geschichte gab den Anstoß zur Gründung des Kurorts im Jahr 1842.
1868 sandte Graf Mikes Benedek auf eigene Kosten Proben der Quellen an den Chemiker Dr. Heinrich Dietrich nach Zürich — das eröffnete den Weg zur Abfüllung und medizinischen Nutzung der Mineralwässer.
Die Apor-Quelle liefert 7200 Liter pro Stunde — das sind fast 170 000 Liter pro Tag und füllt nahezu zwei olympische Schwimmbecken!
Das Wasser der Hauptquelle (Főkút) kann sich in seiner Zusammensetzung mit den berühmten Giesshübeler Heilwässern messen — es wird seit Jahrhunderten zur Behandlung von Atemwegs-, Darm- und Blasenleiden genutzt.