Sankt-Anna-See – Luftaufnahme
Natura 2000 · Vulkanischer Kratersee

Sankt-Anna-See

Der einzige vulkanische Kratersee Mittel- und Osteuropas
auf 945 Metern Höhe, im Herzen des Kreises Harghita

945–946 m 620 m lang 7 m tief 20–22 ha

Quelle: medveles.hu

945 m über dem Meer
20–22 ha Seefläche
7 m max. Tiefe (2024)
12 m Tiefe im Jahr 1867

Europas einzigartiger Kratersee

Der Sankt-Anna-See (ungarisch Szent Anna-tó) ist der einzige vulkanische Kratersee Mittel- und Osteuropas sowie Rumäniens. Auf einer Höhe von 945–946 Metern gelegen, erstreckt er sich über etwa 20–22 Hektar, ist 620 Meter lang, 460 Meter breit und derzeit höchstens 7 Meter tief.

Der See liegt im jüngeren Krater des Ciomatu-Gebirges (ungarisch Csomád) — der Senke der jüngsten vulkanischen Formation der Karpaten. Die vulkanische Tätigkeit im Pliozän und Pleistozän schuf das Kratersystem, dessen jüngere Mulde heute den See beherbergt.

Der See und seine Umgebung sind Teil des Natura-2000-Netzes und genießen damit einen erhöhten ökologischen Schutz.

Sankt-Anna-See

Ein einzigartig geschlossenes Wassersystem

Der See verfügt über keinerlei oberirdische oder unterirdische Wasserzufuhr — sein Wasser stammt ausschließlich aus Niederschlägen (Regen und Schneeschmelze). Das ist ein in Europa einmaliges hydrologisches Phänomen.

Wasserchemie

Der Mineralgehalt ist äußerst gering — die Wasserqualität kommt der von destilliertem Wasser sehr nahe. Aufgrund der nährstoffarmen Umgebung sind Flora und Fauna entsprechend bescheiden ausgeprägt.

Tierwelt

Zur ursprünglichen Fauna zählen die Ringelnatter, der Kammmolch und die Stabwanze (Ranatra linearis). Der heute im See lebende Zwergwels geht auf eine künstliche Aussetzung zurück.

Wettervorhersage

Einer lokalen Beobachtung zufolge „kündigt“ der See das Wetter an: Steigt aus den Felsspalten Schwefelgeruch auf, ist ein Gewitter im Anmarsch — die postvulkanischen Gase reagieren auf Schwankungen des Luftdrucks.

Die allmähliche Verlandung des Sees

Eine der größten Herausforderungen für den See ist der natürliche Verlandungsprozess (Versumpfung), der besonders am nördlichen und westlichen Ufer sichtbar ist.

1867
12 m
ursprüngliche Tiefe
1907
8,5 m
–3,5 m in 40 Jahren
2024
7 m
heutige Tiefe

Infolge der fortschreitenden Verlandung ist die Zukunft des Sees gefährdet — mit der Zeit kann er sich in ein Moor verwandeln, ähnlich dem benachbarten Moor Mohoș.

Der See durch die Jahreszeiten

Die Bilder zeigen den See zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Quelle: Wikimedia Commons.

Bevor Sie aufbrechen

Erlaubte Aktivitäten

  • Spaziergänge rund um den See
  • Bootfahren auf der Seefläche
  • Naturfotografie
  • Picknick in den ausgewiesenen Bereichen

Verbotene Aktivitäten

  • Baden ist streng untersagt — Sonnencreme und organische Stoffe würden den See zerstören
  • Müll hinterlassen
  • Laute Musik
  • Füttern von Wildtieren

Anfahrt

  • Ab Bad Tuschnad: ~8 km
  • Ab Bálványos Resort: ~3 km
  • Parkplatz: kostenpflichtig, begrenzt
  • Auch über einen Wanderweg erreichbar

Bärensicherheit

  • Aktives Bärenrevier
  • Besuch nach Einbruch der Dunkelheit vermeiden
  • Keine Lebensmittel offen liegen lassen
  • Auf sich aufmerksam machen (Geräusch, Bewegung)

Wussten Sie schon?

01

In den See mündet kein Fluss und kein Bach — er wird allein von Regen und Schneeschmelze gespeist. Ein in Europa einzigartiges Phänomen.

02

In den letzten 150 Jahren ist die Tiefe des Sees aufgrund natürlicher Verlandung von 12 auf 7 Meter zurückgegangen.

03

Wenn in der Luft Schwefel zu riechen ist, naht ein Gewitter — die postvulkanischen Gase reagieren auf Druckveränderungen.

04

Das benachbarte Moor Mohoș entstand im älteren Krater des Ciomatu — einst war auch dort ein See wie der Sankt-Anna-See.

🧭

Discover Harghita

Reiseführer Kreis Harghita · Online

Segítenél egy kutatásban? 🎓

Ez a kérdőív egy egyetemi disszertáció része.

1 perc az idődből – sokat segít!

Kérdőív kitöltése