Lázár-Schloss in Lăzarea
Renaissance-Mauern mit Zinnenkrönung, ein wuchtiger Torturm und eine lebendige Künstlerkolonie —
der Ort, an dem Gabriel Bethlen, Fürst von Siebenbürgen, seine Kindheit verbrachte.
Eines der schönsten Renaissance-Schlösser Siebenbürgens
Das Lázár-Schloss in Lăzarea ist eines der bedeutendsten und schönsten siebenbürgischen Renaissance-Denkmäler im Szeklerland. Der Komplex liegt etwa 200 Meter vom Ortskern entfernt und ist zugleich ein wichtiger Geschichtsort und lebendiges Kulturzentrum.
Das Schloss war einst der Sitz der Familie Lázár — einer Adelsfamilie, die über Jahrhunderte eine bedeutende Rolle in der siebenbürgischen Geschichte spielte. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts besaßen die Grafen Lázár ausgedehnte Güter und großen politischen Einfluss im Gjergjószék (Stuhl Giurgeu).
Die bedeutendste historische Verbindung: Gabriel Bethlen, Fürst von Siebenbürgen — Begründer des siebenbürgischen „Goldenen Zeitalters" — verbrachte hier seine Kindheit. Er wurde von der Familie Lázár erzogen, seinen mütterlichen Verwandten. Von hier nahm seine spätere fürstliche Laufbahn ihren Anfang.
Die zinnengekrönte Renaissance-Fassade · lokale Quelle
Hier wuchs Gabriel Bethlen auf
Gabriel Bethlen (1580–1629) — späterer Fürst von Siebenbürgen (1613–1629) und eine der größten Gestalten der ungarischen protestantischen Sache — verbrachte seine Kindheit und Jugend in Lăzarea, im Lázár-Schloss, bei seinen mütterlichen Onkeln, den Grafen Lázár. Hier erwarb er die Bildung und den politischen Weitblick, die später zum „Goldenen Zeitalter" führten: zur reinsten Blüte Siebenbürgens, zur Stärkung der ungarischen protestantischen Kultur und zu einer eigenständigen Außenpolitik gegenüber den Habsburgern.
Die Sehenswürdigkeiten des Schlosses
Wuchtiger Torturm
Beim Betreten des Schlosses durchschreitet man ein imposantes Torgebäude — der zugleich der Verteidigung dienende Eingangsturm ist ein klassisches Element der Renaissance-Festungsbaukunst.
Innenhof und Bastionen
Der Innenhof wird von Verteidigungsbastionen umschlossen. Der gesamte Komplex erfüllt zugleich repräsentative herrschaftliche und militärische Funktionen — ein typisch siebenbürgischer adeliger Burg-Schloss-Typus.
Zinnengekrönte Mauern
Die wunderschönen zinnengekrönten Renaissance-Mauern sind das charakteristischste architektonische Motiv des Schlosses. Die Zinnenkrönung (Attika-Schmuck) zeigt den Einfluss der italienischen Renaissance in Siebenbürgen.
Restaurierte Gebäudeteile
Durch die Restaurierungsarbeiten der letzten Jahrzehnte haben mehrere Teile des Schlosses ihre ursprüngliche Pracht zurückgewonnen. Die Arbeiten dauern an — es lohnt sich, mehrmals wiederzukommen.
Wechselausstellungen
Die im Schloss veranstalteten kulturellen Wechselausstellungen werden regelmäßig erneuert — zeitgenössische Kunst, Lokalgeschichte und Werke gegenwärtiger Schaffender wechseln einander ab.
Künstlerkolonie
Die im Schloss tätige Künstlerkolonie von Lăzarea ist eine der wichtigen Werkstätten der ungarischen zeitgenössischen bildenden Kunst in Rumänien — im Sommer empfängt die Kolonie internationale Künstler.
Das Schloss in Bildern
Bildquellen: lokale Quellen
Nützliche Hinweise
Öffnungszeiten
- Dienstag – Samstag: 09:00 – 17:00 Uhr
- Sonntag: GESCHLOSSEN
- Montag: GESCHLOSSEN
- Gruppenbesuche nach vorheriger Absprache
Eintrittspreise
- Eintritt Erwachsene: ~30-35 RON
- Führung: im Eintrittspreis enthalten!
- Parken: kostenlos am Eingang
- Ermäßigungen für Schüler/Rentner
Anfahrt
- Von Gheorgheni: ~6 km
- Auf der Hauptstraße DN12 nach Norden
- 200 m vom Ortskern Lăzarea
- Kostenloser Parkplatz am Eingang
Tipps
- Bitte um die Führung — der historische Hintergrund ist außerordentlich reich
- Informiere dich vorab über die Wechselausstellung — sie ändert sich laufend
- Die Sommerprogramme der Künstlerkolonie sind ein besonderes Erlebnis
- Tagesausflug von Gheorgheni aus
Wusstest du?
Die Familie Lázár war eine der einflussreichsten szeklerischen Adelsfamilien Siebenbürgens — im 16. und 17. Jahrhundert Oberkapitäne des Stuhls Giurgeu, später in den Grafenstand erhoben.
Gabriel Bethlens Mutter, Drusiana Lázár, entstammte der Familie Lázár — der kleine Gabriel war daher mütterlicherseits mit Lăzarea verwandt. Das erklärt den Ort seiner Erziehung.
Die Künstlerkolonie von Lăzarea wurde 1974 gegründet und ist eine der ältesten ununterbrochen tätigen Künstlerkolonien Siebenbürgens — hier arbeiteten über Jahrzehnte Miklós Jakobovits, Jenő Kosztándi und viele andere zeitgenössische Künstler.
Die Zinnenkrönung — der zackige oder gestufte Attika-Schmuck am oberen Mauerrand — ist ein typisches Element der norditalienischen Renaissance. In Siebenbürgen ist Lăzarea eines der schönsten erhaltenen Beispiele.
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