Moor Mohoș
Hüter eiszeitlicher Raritäten im älteren Krater des Ciomatu
auf 1050 m Höhe, nahe Bad Tuschnad
Quelle: szekelyhon.ro
Eine Zeitkapsel der Eiszeit
Das Moor Mohoș liegt neben dem Sankt-Anna-See, in einem älteren Krater des Ciomatu-Gebirges, auf einer Höhe von 1050 m über dem Meeresspiegel.
Das 80 Hektar große Moor entstand durch die allmähliche Verlandung eines einstigen Vulkansees; an seinem Grund hat sich im Laufe der Jahrtausende eine bis zu 10 m dicke Torfschicht von rund 3 Millionen Kubikmetern angesammelt.
Von dem einst weitläufigen Seensystem sind heute nur noch 15 kleine Wasseraugen übrig — 1963 waren es noch 24. Das Gebiet ist Teil des Natura-2000-Netzwerks und ein streng geschütztes ökologisches Reservat.
Eines der erhaltenen Wasseraugen des Moores · gyergyoalfalu.ro
Lebendiges Eiszeitmuseum
Wegen seines stark sauren (pH 3,8–4,1) und nährstoffarmen Bodens verhält sich das Moor wie eine edaphische Tundra, die seltenen, aus der Eiszeit überlieferten Pflanzenarten Zuflucht bietet.
Rundblättriger Sonnentau
Drosera rotundifolia — die einzige fleischfressende Pflanze Siebenbürgens. Sie ergänzt den Nährstoffmangel des Torfes durch das Fangen von Insekten. Die außergewöhnlichste und seltenste Pflanze des Reservats.
Eiszeitliche Gehölze
Die holzige Vegetation wird durch eiszeitliche Relikte vertreten: Moorbirke (Betula pubescens), Zwergbirke (Betula nana) und Waldkiefer (Pinus sylvestris).
Torfmoos-Raritäten
Auf dem dichten Torfmoosteppich (Sphagnum) gedeihen botanische Raritäten: Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Moorbeere, Schwarzbeere und Preiselbeere.
Die Geheimnisse der Torfschicht
Die am Grund des Moores angesammelte Torfschicht wächst seit Jahrtausenden an und bildet ein außerordentlich wertvolles ökologisches Archiv.
Gefahr! Der sumpfige, weiche Torfboden kann sich wie Treibsand verhalten. Zur körperlichen Sicherheit der Besucher ist der Zugang nur in Begleitung eines ausgebildeten Führers, ausschließlich auf dem angelegten Bohlenweg gestattet.
Die Welt des Moores
Bevor du aufbrichst
Erlaubte Aktivitäten
- Geführte Tour mit qualifiziertem Führer
- Naturfotografie vom Bohlenweg aus
- Vogelbeobachtung
- Botanische Beobachtungen
Verbotene Aktivitäten
- Selbständige Besuche sind verboten — nur in Begleitung eines Führers
- Verlassen des markierten Bohlenweges
- Sammeln oder Pflücken von Pflanzen
- Abladen von Abfall
Anfahrt
- Von Bad Tuschnad: ca. 10 km
- Vom Sankt-Anna-See: ca. 1 km zu Fuß
- Vom Bálványos Resort: ca. 4 km
- Parken auf dem Parkplatz des Sankt-Anna-Sees
Sicherheit
- Aktiver Bärenlebensraum in der Nähe
- Besuche nach Einbruch der Dunkelheit vermeiden
- Der sumpfige Boden ist gefährlich — verlasse den Bohlenweg nicht!
- Empfohlen wird der Besuch in der Gruppe
Wusstest du?
Das Moor Mohoș war einst ein See wie der benachbarte Sankt-Anna-See — im Laufe der Jahrtausende verlandete es vollständig.
Die Zahl der Wasseraugen lag 1963 noch bei 24, heute sind es nur 15 — das Moor trocknet und schrumpft kontinuierlich.
Der rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) ist die einzige fleischfressende Pflanze Siebenbürgens — er gleicht den Nährstoffmangel durch das Verdauen von Insekten aus.
Der weiche Torfboden kann sich wie Treibsand verhalten — Besucher, die den Bohlenweg verlassen, können im Sumpf versinken.