Ciomatu-Gebirge
Der jüngste Vulkan der Karpaten · Natura 2000

Ciomatu-Gebirge

Postvulkanische Wunder, Mofetten und ein Doppelkrater
die jüngste vulkanische Formation der Karpaten, nahe Bad Tuschnad

Gipfel 1301 m 2 vulkanische Krater Aktive Mofetten Natura 2000

Quelle: Wikipedia

1301 m Gipfel Ciomatu Mare
2 vulkanische Krater
60+ Mineralquellen
95–98% CO₂ in den Mofetten

Der jüngste Vulkan der Karpaten

Das Ciomatu-Gebirge bildet das vulkanische Massiv, das das ökologische und touristische Profil von Bad Tuschnad grundlegend prägt — die jüngste vulkanische Formation des Karpatenbogens.

Die vulkanische Aktivität im Pliozän und Pleistozän ließ im Massiv zwei klar voneinander abgrenzbare Krater entstehen: im jüngeren Krater liegt der Sankt-Anna-See, im älteren, nördlichen Krater das Moor Mohoș.

Die postvulkanische Tätigkeit des Gebietes ist auch heute noch zu beobachten — durch Gasausströmungen, reich an Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff (Mofetten), sowie durch die zahlreichen Mineralquellen (Borviz). Das gesamte Gebiet gehört zum Natura-2000-Netzwerk.

Krater des Ciomatu-Gebirges Die beiden Krater des Ciomatu-Massivs von oben · tinutulapelor.ro

Mofetten — der Atem der Erde

Mofetten sind Trockenkohlensäurebäder mit einem Kohlendioxidanteil von 95–98%, die durch Spalten der Erdkruste an die Oberfläche steigen. Über die Haut aufgenommen, wirkt das Gas stark gefäßerweiternd — und ist außerordentlich wirksam bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Puturosu-Höhle

Auf 1052 m Höhe gelegen, ist die Puturosu-Höhle (Büdös-barlang) die größte natürliche Mofette Europas — täglich treten tausende Kubikmeter hochkonzentriertes CO₂ an die Oberfläche.

Therapeutische Wirkungen

Die Mofettentherapie ist indiziert bei: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, rheumatischen und Bewegungsapparatbeschwerden, dermatologischen sowie gynäkologischen Problemen. Eine Sitzung dauert höchstens 20 Minuten.

Mineralquellen

In der Region sprudeln über 60 bekannte Mineralquellen (Borviz) — kohlensaure, chlorid-natrium- und calcium-magnesiumhaltige Wässer. Die Apor-Quelle bringt 7200 Liter/Stunde! Sie werden sowohl zur Trinkkur als auch zum Baden verwendet.

Ein Vulkan, zwei Krater, zwei Welten

Im Ciomatu-Massiv entstanden während der vulkanischen Aktivität zwei Krater — jeder birgt einen einzigartigen Naturschatz.

Jüngerer Krater
Sankt-Anna-See

Der einzige vulkanische Kratersee Mittel- und Osteuropas auf 945 m Höhe. Geschlossenes hydrologisches System — ausschließlich von Niederschlägen gespeist. Natura-2000-Schutzgebiet.

Details
Älterer nördlicher Krater
Moor Mohoș

80 Hektar großes eiszeitliches Moor auf 1050 m. Einst ein See — heute Heimat eiszeitlicher Reliktpflanzen, darunter die einzige fleischfressende Pflanze Siebenbürgens, der rundblättrige Sonnentau.

Details

Ciomatu in Bildern

Bildquellen: Wikipedia · tinutulapelor.ro · virtualisszekelyfold.ro · sepsiszentgyorgy.info · szekelyhon.ro

Bevor du aufbrichst

Erlaubte Aktivitäten

  • Wanderungen auf markierten Wegen
  • Mofettentherapie (unter ärztlicher Aufsicht)
  • Mineralwasserverkostung an den Quellen
  • Naturfotografie
  • Vogelbeobachtung

Wichtige Warnungen

  • In der Mofette: höchstens bis Hüfthöhe! — CO₂ kann tödlich sein
  • Kinder dürfen sich der Mofette nicht unbeaufsichtigt nähern
  • Herzkranke sollten den Arzt konsultieren
  • Während der Schwangerschaft ist die Mofette verboten

Anfahrt

  • Von Bad Tuschnad: ca. 8–10 km
  • Vom Bálványos Resort: direkter Zugang
  • Puturosu-Höhle: vom Bálványos Resort aus
  • Sankt-Anna-See: gemeinsamer Parkplatz

Bärensicherheit

  • Aktiver Bärenlebensraum im gesamten Gebiet
  • Meide nach Einbruch der Dunkelheit Waldbereiche
  • Mache deine Anwesenheit beim Wandern lautstark bemerkbar
  • Lasse keine Nahrung oder Müll zurück

Wusstest du?

01

Das Ciomatu-Gebirge ist der jüngste Vulkan der Karpaten — sein letzter Ausbruch liegt nur wenige Zehntausend Jahre zurück, was geologisch gesehen „gestern" bedeutet.

02

Die Puturosu-Höhle ist die größte natürliche Mofette Europas — täglich strömen tausende Kubikmeter Kohlendioxid auf 1052 m Höhe an die Oberfläche.

03

Neben Kohlendioxid enthalten die Mofetten Spuren von Helium und Radon — diese verstärken synergistisch die therapeutische Wirkung.

04

Aus den beiden Kratern entwickelten sich zwei völlig unterschiedliche Ökosysteme: das eine wurde zum See (Sankt-Anna-See), das andere zum Moor (Mohoș).

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