Mikó-Burg · Miercurea Ciuc

Die Mikó-Burg und das Szeklermuseum von Tschik

Die am besten erhaltene spätrenaissance Bastionärsfestung italienischer Bauart im Szeklerland — von der Gründung durch Ferenc Mikó von Hidvég im Jahre 1623 bis zum heutigen Szeklermuseum von Tschik

1623 Baubeginn
70 × 75 m Grundfläche der Burg
1970 Einzug des Museums

Die Mikó-Burg (auch unter den Namen Mikóújvár oder Szeredavár bekannt) ist das bedeutendste historische Wahrzeichen von Miercurea Ciuc und die am besten erhaltene spätrenaissance italienische Bastionärsfestung im gesamten Szeklerland. Die regelmäßige, im Grundriss quadratische Festung wurde zwischen 1623 und 1631 von Ferenc Mikó von Hidvég (1585–1635) erbaut, dem getreuen Gefolgsmann des siebenbürgischen Fürsten Gábor Bethlen, Oberhauptmann der Stühle Tschik, Giurgeu und Kaschon und späteren Schatzmeister Siebenbürgens.

Die einstige Schlossburg diente in erster Linie nicht der Verteidigung, sondern als repräsentativer Adelssitz. Obwohl sie durch die türkisch-tatarischen Einfälle des 17. Jahrhunderts und die Stürme des Freiheitskampfes mehrfach schwer beschädigt wurde, hat das Gebäude nach mehreren Wiederaufbauten sein ursprüngliches Renaissance-Gepräge bewahrt. Seit 1970 beherbergt es das Szeklermuseum von Tschik, das die reichste volkskundliche, historische und kirchen­künst­le­ri­sche Sammlung der Region verwahrt — mehr als 100 000 Museumsobjekte in verschiedenen thematischen Sammlungen.

Bilder aus der Burg und dem Museum

Die Baugeschichte

Luftaufnahme der Mikó-Burg
Die Mikó-Burg — das Renaissance-Erbe von Ferenc Mikó von Hidvég
1611 — 1631

Die Geburt der Renaissance-Schlossburg

Im Jahre 1611 schenkte der siebenbürgische Fürst Gábor Bethlen seinem treuen Gefolgsmann Ferenc Mikó von Hidvég das Gebiet und erteilte ihm zugleich die Erlaubnis zum Bau einer befestigten Residenz. Der Oberhauptmann ließ um 1613 ein Herrenhaus errichten und begann im Frühjahr 1623 mit dem Bau der heute noch stehenden Schlossburg.

Die Bauarbeiten wurden aller Wahrscheinlichkeit nach von Giacomo Resti geleitet, dem italienischen Baumeister im Dienste Gábor Bethlens. Die rechteckige Festung mit den Maßen 70 × 75 Meter wird an den Ecken von vier altitalienischen Bastionen verteidigt. Das Gebäude wurde 1631 fertiggestellt und diente vor allem als repräsentativer Adelssitz, nicht zu Verteidigungszwecken.

Zeitgenössischer Stich von Miercurea Ciuc
Ansicht von Miercurea Ciuc von Osten auf einem zeitgenössischen Stich
1661 — 1716

Zerstörung und Wiederaufbau

Im Jahre 1661 brannten die Truppen Ali Paschas von Temesvár Miercurea Ciuc und die Schlossburg nieder. Das Gebäude lag jahrzehntelang in Trümmern, bis es zwischen 1714 und 1716 vom kaiserlichen General Graf Stephan Steinville auf Befehl Kaiser Karls III. wiederaufgebaut wurde.

Bei der Wiederherstellung wurde die Burg in einen militärischen Stützpunkt umgewandelt — die Renaissance-Schlossburg blieb erhalten, wurde jedoch durch einen äußeren Schutzwall aus Erde und Palisaden ergänzt, mit Erdbastionen an den Ecken, einem trockenen Graben und einem steinernen Torturm mit Zugbrücke. Der aus Stein errichtete Torturm steht noch heute, am Ende der Brücke, die den Burggraben überquert.

Das Gebäude der Mikó-Burg
Das Gebäude der Mikó-Burg — von 1764 bis 1944 ununterbrochen militärisch genutzt
19. Jahrhundert — 1944

Militärkaserne und Grenzjäger-Kommando

Nach dem Wiederaufbau im 18. Jahrhundert erfüllte die Burg ohne Unterbrechung eine militärische Funktion: ab 1764 diente sie als Sitz des Offizierskorps des ersten Szekler-Grenzwacht- Infanterieregiments und später als Kaserne der Honvéd-Armee. Während des Freiheitskampfes von 1848/49 befand sich hier das Hauptquartier von Oberst Sándor Gál — von hier aus wurde der bewaffnete Widerstand des Szeklerlandes geleitet.

Ihre strategische Bedeutung bewahrte sie auch während des Zweiten Weltkriegs. Bis 1942 befand sich hier das Kommando des 32. Grenzjäger-Bataillons, das die Täler der Uz und Csobányos sowie den Ghimeș-Pass überwachte. Am 2. November 1942 wurde auch das Kommando der 3. Grenzjäger-Brigade hierher, in die Mikó-Burg, von Gheorgheni verlegt — und bis zum Herbst 1944 wurde von hier aus der Grenzschutz der Region geleitet.

Das historische Erbe der Burg
Das historische Erbe der Burg — wiedergeboren durch die Restaurierung von 2010–2013
2010 — 2013

Die umfassende Restaurierung

Während der Amtszeit von Kulturminister Kelemen Hunor, mit Finanzierung durch das Ministerium, wurde die umfassende Restaurierung der Mikó-Burg zwischen 2010 und 2013 umgesetzt. Im Zuge der Arbeiten erhielt die Burg ihren ursprünglichen Glanz und ihre Pracht zurück, wurde mit modernen Ausstellungsräumen ergänzt und bewahrte zugleich ihr 400 Jahre altes architektonisches Erbe.

Im Jahre 2024 wurden in der Umgebung archäologische Grabungen aufgenommen: Den Plänen zufolge soll das dreifache Verteidigungssystem — mit Wall, Graben und äußerer Burgmauer — wiederhergestellt werden, um das Besuchererlebnis noch authentischer zu gestalten.

Die historische Rolle der Burg

1773 — Besuch Josephs II.

Kaiser Joseph II. besuchte die Mikó-Burg persönlich und beschrieb in seinem Tagebuch die viereckige Bastionärsfestung in allen Einzelheiten.

1764 — Das Massaker von Madefalva

Bei der gewaltsamen Aufstellung der Szekler-Grenzwacht wurden hier die Szekler, die den Grenzdienst verweigerten, zum Gehorsam gezwungen.

1849 — Hauptquartier von Sándor Gál

Während des Freiheitskampfes von 1848/49 diente die Burg als Hauptquartier von Sándor Gál, der von General Bem zum Oberst befördert worden war — Zentrum des bewaffneten Widerstandes des Szeklerlandes.

1942 — Grenzjäger-Kommando

Hier befand sich das Kommando des 32. Grenzjäger-Bataillons und ab dem 2. November 1942 das Kommando der 3. Grenzjäger-Brigade — von hier aus wurde bis zum Herbst 1944 der Grenzschutz von Ghimeș und des Uz-Tales geleitet.

1930 — Gründung des Museums

Der Lehrer Pál Péter Domokos sowie die Maler Imre Nagy und Géza Vámszer gründeten den Verein des Szeklermuseums von Tschik. Die erste Ausstellung wurde 1931 zu Pfingsten eröffnet.

1968–1970 — Kreismuseum und Einzug

Im Jahr der Kreisbildung (1968) wurde die Einrichtung als Museum des Kreises Harghita neu organisiert, und nach umfassender Restaurierung im Jahre 1970 endgültig in die Mikó-Burg verlegt.

Die Mikó-Burg ist neben ihrem architektonischen Wert ein leuchtendes Zeugnis des Zusammenhalts des Siebenbürger Ungartums sowie seines baulichen und kulturellen Erbes — die im Herzen des Szeklerlandes gelegene Burg beherbergt heute ein Museum, das die szeklerische Kultur und das traditionelle Schatzgut präsentiert.

— Harghitaer Wertarchiv

Die Ausstellungen des Szeklermuseums von Tschik

Das Museum verwahrt mehr als 100 000 Objekte, darunter 65 537 archäologische und 8 675 ethnografische Stücke, 5 758 alte Bücher aus dem Franziskaner-Bestand von Schomlenberg sowie den 6 271 Werke umfassenden Nachlass des Malers Imre Nagy. Die Sammlungen stellen die Geschichte der Tschik-Region, die szeklerische Volkskultur und das kirchen­künst­le­ri­sche Erbe der Gegend dar.

Die Geschichte der Mikó-Burg

Dauerausstellung seit 2011 — sie zeigt die vierhundertjährige Baugeschichte der Schlossburg, zeitgenössische Waffen und das Leben der hier residierenden Würdenträger.

Der Lauf der Zeiten in Tschik

Volkskundliche Lebensbilder aus dem Alltag der Tschiker — seit 2014 zugängliche Ausstellung, die die traditionelle szeklerische Lebensweise und das Handwerk präsentiert.

Die Franziskaner-Druckerei von Schomlenberg

Seit 2001 geöffnet — die Werkzeuge und Publikationen einer der ältesten Druckereien Siebenbürgens, darunter die Werke von János Kájoni.

Unsere geretteten sakralen Schätze

Eine herausragende Sammlung von kirchen­künst­le­ri­schen Objekten, Gemälden und Skulpturen, die aus den Kirchen der Region bewahrt wurden.

Szeklertor-Freilichtmuseum

Eine imposante Freilichtausstellung im Burghof — 7 Holzhäuser und 15 Szeklertore stellen die dörfliche szeklerische Architektur vor.

Festival für Alte Musik in Miercurea Ciuc

Eine renommierte Musikveranstaltung, die jeden Sommer im Burghof stattfindet und den Besuchern barocke und Renaissance-Musik nahebringt.

Nützliche Infos

Anschrift

Burgplatz Nr. 2
530132 Miercurea Ciuc, Kreis Harghita
Zugang: Petőfi-Sándor-Straße, Dózsa-György-Straße, Nicolae-Bălcescu-Straße

Eintrittspreise

  • Vollpreis: 15 Lei
  • Studenten, Rentner: 10 Lei
  • Schüler: 7 Lei
  • Familienticket: 35 Lei
  • Eintritt nur in den Burghof: 3 Lei

Gruppentickets (ab 15 Personen)

  • Erwachsene: 10 Lei / Person
  • Schüler: 5 Lei / Person

Die Preise haben Orientierungscharakter — vor dem Besuch empfiehlt es sich, die offizielle Website des Museums zu konsultieren.

Offizielle Kontaktdaten

Web: csikimuzeum.ro
Facebook: Szeklermuseum von Tschik
Die ausführlichen Öffnungszeiten und aktuellen Ausstellungen finden Sie auf der offiziellen Website.

Anfahrt und Umgebung

Die Mikó-Burg befindet sich im mittelöstlichen Teil von Miercurea Ciuc, auf dem Gebiet des einstigen Mărtănuș — in Gehweite zum Stadtzentrum und zum Bahnhof. Sie ist aus mehreren Richtungen zugänglich: über die Petőfi-Sándor-Straße, die Dózsa-György-Straße und die Nicolae-Bălcescu-Straße. Wer mit dem Auto anreist, findet in der Umgebung zahlreiche kostenlose und gebührenpflichtige Parkmöglichkeiten.

Der Besuch lässt sich bequem mit weiteren Sehenswürdigkeiten von Miercurea Ciuc verbinden: dem Stadtzentrum, der Heilig-Kreuz-Kirche, der nahen Franziskanischen Wallfahrtskirche von Schomlenberg sowie den Heilquellen von Bad Jigodin.

Entdecken Sie auch die übrigen Schätze von Miercurea Ciuc!

Lernen Sie nach der Mikó-Burg auch die übrigen Sehenswürdigkeiten der Stadt kennen — die Wallfahrtskirche von Schomlenberg, die Heilquellen von Bad Jigodin und die Wanderwege des Harghita-Gebirges.

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