Urmánczy-Bad
Das historische Thermalbad von Toplița am Ufer der Maros —
200 Jahre Geschichte, ungarisch-armenisches Adelserbe und „sprudelndes" Kiesbecken
Quelle: urmanczy.ro
Im Herzen der Stadt, am Ufer der Maros
Das Urmánczy-Bad liegt nahe dem Zentrum von Toplița und dem Bahnhof, am rechten Ufer der Maros, nur wenige Meter vom Fluss entfernt. Auf 654 Metern über dem Meer gelegen, ist sein kohlensäurehaltiges, mesothermales Mineralwasser einer der wertvollsten Naturschätze des Beckens von Toplița.
Hauptattraktion ist das 50×20 Meter große, olympische Schwimmbecken — das größte Thermalwasserbecken der Region —, in dem 26–27 °C warmes Mineralwasser fließt. Zum Bad gehört auch ein kleineres, 1,4 Meter tiefes Erlebnisbecken, das durch natürliche Quellen am Boden erwärmt wird — das Wasser mit hohem Kohlendioxidgehalt erzeugt champagnerartige Bläschen, die die Haut sanft kribbeln lassen.
Die Qualität und Heilwirkung des Wassers sind bereits seit dem 18. Jahrhundert bekannt — laut der Infotafel am Bad ist seine Zusammensetzung mit dem Wasser des Gellért- und des Rudas-Bades in Budapest vergleichbar.
Das Olympiabecken und das Badgelände · urmanczy.ro
Vom Urmia-See bis nach Toplița
Die Herkunftsgeschichte der Familie Urmánczy klingt wie ein Roman: Die ungarisch-armenische Adelsfamilie erhielt ihren Namen vom salzigen Urmia-See im einstigen Persien, dem heutigen Iran — von dort flohen sie aus Armenien vor den seldschukisch-türkischen Angriffen.
17. Jahrhundert · Lemberg
Im 17. Jahrhundert lebte die Familie in Lemberg (Lwiw), wo sie in den Freiherrenstand erhoben wurde. Von dort siedelte sie in die Moldau über, vor allem in die Stadt Roman (im heutigen Rumänien).
1830–1836 · Toplița
Die Urmánczys zogen zwischen 1830 und 1836 nach Toplița. Zunächst betrieben sie einen Gemischtwarenhandel, später kauften sie Wälder auf — durch Flößerei und Holzwirtschaft wurden sie zu den führenden Unternehmern der Region.
Nándor Urmánczy
Das bekannteste Familienmitglied, 1868–1940, wurde in Toplița geboren und auch dort bestattet. Sechzehn Jahre lang (1902–1918) war er Reichstagsabgeordneter des Wahlbezirks — er vertrat Rumänen und Ungarn gleichermaßen.
200 Jahre Bad
Die Geschichte des Urmánczy-Bads wurzelt im Erbe zweier Adelsfamilien — der Grafen Lázár von Lăzarea und der ungarisch-armenischen Urmánczys —, und auch die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts hinterließen tiefe Spuren.
Das Bad gehörte ursprünglich den Grafen Lázár von Lăzarea. 1818 errichteten die Lázárs den ersten eleganten Eingang und vier Umkleiden. Bis 1835 stand am Eingang bereits eine große geschnitzte Holzveranda mit getrennten Becken für Männer und Frauen, umgeben von Kabinen.
Um 1870 kaufte die Familie Urmánczy das Bad von den Lázárs. Vom Familienschloss aus führte ein Park mit Spazierwegen zum Bad. Nach dem Hochwasser von 1932 wurde es wieder aufgebaut, und das heutige Becken in Olympiagröße entstand um 1940.
1948 verstaatlichte das kommunistische Regime das Bad und benannte es in „Jugendstrand" (Ștrand Tineretului) um — die Einheimischen akzeptierten den Namen nie. Nach der Wende verfiel das Bad und wurde zur städtischen Müllkippe, in das Becken wurden tonnenweise Abfälle gekippt.
Nach langem Rechtsstreit erhielten die Urmánczy-Nachkommen das Bad zurück. Der neue Eigentümer Kálmán Szabó und seine Frau Terka eröffneten es am 29. Juni 2008 wieder. Tonnenweise Müll wurden aus dem Becken entfernt, ein neuer Zaun errichtet und das Maros-Ufer mit Beton befestigt.
Das Bad in Bildern
Bildquellen: urmanczy.ro · visitharghita.com · lokale Quellen
Die Becken und Erlebnisse des Bads
Das Bad empfängt seine Gäste mit zahlreichen Becken und Angeboten — vom aktiven Schwimmer bis zur Familie mit kleinen Kindern findet jeder seinen Platz.
Das größte Thermalwasserbecken der Region, in dem das Wasser laufend erneuert wird und daher nicht nach Chlor riecht. Da das Bad selten überfüllt ist, eignet es sich hervorragend für Schwimmtraining und ernsthafte Bewegung. Das 26–27 °C warme Wasser ist die ganze Saison über angenehm.
Eine echte Rarität: Aus dem Boden eines der kleinen Becken steigen natürliche Quellen auf, die die Kiesel am Grund erwärmen. Das Wasser mit hohem Kohlendioxidgehalt erzeugt champagnerartige Bläschen — sie kitzeln die Haut angenehm.
Ein kleines, halbmondförmiges Planschbecken für Babys und ein größeres, tieferes Kinderbecken für Kinder ab 3 Jahren. Auf dem Gelände gibt es außerdem einen Spielplatz mit Sandkasten, Schaukel, Klettergerüst und Rutsche.
Auf dem Badgelände gibt es ein stimmungsvolles Bierlokal mit Gartenterrasse, wo man Craft-Biere, Cocktails, Limonade und Eiskaffees (Frappé) bestellen kann. Ungarische Speisen: Mici (Hackfleischröllchen), Grillfleisch.
Bevor du aufbrichst
Was bietet das Bad?
- Olympiabecken 50×20 m
- Sprudel-Erlebnisbecken (mit erwärmten Kieseln)
- Babyplanschbecken und Kinderbecken
- Spielplatz mit vielen Spielgeräten
- Bierlokal, Gartenterrasse, ungarische Küche
Nützliche Informationen
- Telefon: 0756 118 479
- Web: urmanczy.ro
- Standort: Toplița, in der Nähe des Bahnhofs
- Ständiger Wasseraustausch, chlorfrei
- In den Sommermonaten familienfreundlicher Ort
Anfahrt
- Vom Bahnhof: 5 Minuten zu Fuß
- Vom Zentrum von Toplița: 5 Minuten mit dem Auto
- Liegt am rechten Ufer der Maros
- Wegweiser in der Stadt helfen beim Finden
- GPS: ~46.9046° N, 25.3534° O
Gesundheitliche Hinweise
- Bei Herzerkrankungen wird ärztliche Rücksprache empfohlen
- Schwangerschaft: nur mit ärztlicher Erlaubnis
- Bluthochdruck: kürzere Badezeit
- Eine Badedauer: max. 20–30 Minuten
- Bei Hautentzündungen nicht ins Wasser gehen
Wusstest du?
Das 50×20 Meter große Olympiabecken des Urmánczy-Bads ist das größte Thermalwasserbecken der Region — genau so groß wie ein Wettkampfbecken (50 Meter lang).
Das Wasser des Bads hat eine ähnliche Zusammensetzung wie das des Gellért- und Rudas-Bades in Budapest — mesothermal, kohlensäurehaltig und reich an Mineralsalzen. Dies bestätigt auch die Infotafel am Bad.
Das Besondere am „Sprudelbecken": Die natürlichen Quellen am Grund erwärmen nicht nur das Wasser, sondern auch die Kiesel am Boden — als bade man in einem riesigen Sektglas.
Die Urmánczys verloren 1923 nach der Bodenreform 1.000 von ihren 10.000 Hektar Wald — 1948 wurde auch der Rest verstaatlicht. Das Bad erhielten sie erst nach einem langen Rechtsstreit teilweise zurück.