Bad Seiche
Erholungs- und Freizeitzentrum von Odorheiu Secuiesc im Tal des Salzbachs —
jahrhundertealte Mineralwasser, das Grab des „größten Szeklers" und das Szekler-Tore-Museum, wo „die Tore mit ihren uralten Inschriften sprechen".
Das Heilbad mit trübem Wasser
Bad Seiche (rumänisch Băile Seiche) ist ein Stadtteil von Odorheiu Secuiesc, gelegen 4 km nordwestlich der Stadt im malerischen Tal des Salzbachs. Es ist zugleich Erholungs- und Freizeitzentrum, Kurort, kulturelle Wallfahrtsstätte und moderner touristischer Erlebnispark.
Der Name „szejke" bedeutet laut Ethnografen „trüb", und das Bad wurde nach seinem gräulichen, meerwasserähnlichen Heilwasser benannt. Das Wasser enthält viel Eisen, Schwefel und Kohlensäure — daher seine besondere Farbe.
Seiche ist unter diesem Namen seit 1766 bekannt. Bereits 1850 stand hier ein Badebecken aus Weidengeflecht, das Orbán Balázs 1871 kaufte und modernisierte: Er ließ Warmbäder, Gasthäuser und ein Hotel errichten. Von den Gebäuden ist heute nur noch das Verwalterhaus erhalten — die anderen wurden 1941 beim Bau der Landstraße abgerissen. Ein Radweg verbindet den Ort mit Odorheiu Secuiesc.
Die Heilquellen von Bad Seiche · lokale Quelle
Das Erbe von Orbán Balázs
Grabmal von Orbán Balázs a Borvízoldalban · helyi forrás
Baron Orbán Balázs von Lengyelfalva (1829–1890) — „der größte Szekler" — Schriftsteller, Volkskundesammler, Historiker, Ethnograf, Publizist, Fotograf, Parlamentsabgeordneter und korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Geboren am 3. Februar 1830 im nahen Lengyelfalva, gestorben am 19. April 1890 in Budapest.
Sein Lebenswerk, die sechsbändige Monografie „Beschreibung des Szeklerlandes aus historischer, archäologischer, naturkundlicher und volkskundlicher Sicht", schrieb er hier in Seiche — bis heute das Grundlagenwerk zur Erkundung des Szeklerlandes. In seinem Testament vermachte er sein gesamtes Vermögen dem szeklerischen Volk.
Gemäß seinem letzten Willen wurde er hier auf seinem ehemaligen Gut am Borvízoldal-Hang zur letzten Ruhe gebettet. Kuriosität: Er wurde viermal bestattet — wegen der Witterung und der Vernachlässigung des Friedhofs wurde die Gedenkstätte mehrfach neu errichtet, stets jedoch am selben Ort, in Bad Seiche.
Das heutige Grabmal mit Kopfholz (kopjafa) und Halbrelief samt Bronzeporträt von Orbán Balázs wurde 1969 nach den Entwürfen des Bildhauers Orbán Áron aus Odorheiu Secuiesc errichtet.
Das Freilichtmuseum der Szekler-Tore
Zum Grab von Orbán Balázs führt der Weg durch eine Reihe von 15 geschnitzten Szekler-Toren — eines der außergewöhnlichsten Freilichtmuseen Siebenbürgens. Der Schriftsteller Sütő András nannte diese Torreihe „die Tore des Lebens und des Todes".
Das Szekler-Tore-Museum wurde in den 1970er Jahren angelegt — Lehrer und Schulinspektor Kovács Mihály ließ ab 1973 drei Tore aufstellen, danach setzte Lehrer Vofkori György die Arbeit fort. Die Ausstellung wird vom Haáz-Rezső-Museum betreut.
Dem Orbán-Denkmal am nächsten steht das eigene Tor von Orbán Balázs — das er 1888 selbst anfertigen ließ, zwei Jahre vor seinem Tod, ursprünglich vor seinem Haus. An der Torfront befindet sich ein Taubenschlag — laut Sütő András: „offensichtlich für das Leben, mit Taubenschlag an der Stirnseite".
Das älteste Tor ist das 4. in der Reihe — 1818 aufgestellt in Fenyéd (Brădești) von Gergely János und seiner Frau László Zsuzsanna. In der Reihe stehen vor allem Tore des 19. Jahrhunderts aus Brădești und Mărtiniș.
Sütő András schrieb 1984 noch von nur 5 Toren — heute stehen 15. Nach der Wende konnte ab dem 10. Tor weitergebaut werden, und das Museum wird seit der Gründungswelle 1973 ständig erweitert.
„Wenn man sich dem Grabmal nähert und das Gefühl der Pietät den Menschen verstummen lässt, beginnen die Tore mit ihren uralten Inschriften zu sprechen. Unter fünf Toren muss man hindurch, um zur Ruhestätte von Orbán Balázs zu gelangen. Das letzte ließ er — zwei Jahre vor seinem Tod — selbst errichten. Offensichtlich für das Leben, mit Taubenschlag an der Stirnseite. Tauben wohnen darin natürlich nicht."
— Sütő András, 1984Das Mineralwasser- und Bädermuseum
Das Mineralwasser-Museum von Bad Seiche · lokale Quelle
Das Mineralwasser- und Bädermuseum in Bad Seiche öffnete seine Türen am 21. Mai 2008. Es ist ein zweistöckiges Holzgebäude mit 268 Quadratmetern, dessen Ziel die Vorstellung der Mineralwasser- und Bäderkultur des Szeklerlandes ist.
Träger der Einrichtung sind das Haáz-Rezső-Museum und die Stadtverwaltung von Odorheiu Secuiesc. Das Museum zeigt:
- Die Mineralwasserquellen der Region und ihre chemischen Eigenschaften
- Die Werkzeuge des traditionellen szeklerischen Mineralwasser-Transports
- Die Vergangenheit des Badelebens in Seiche — mit Fotografien und Grußkarten
- Alte Mineralwasserflaschen und Gebrauchsgegenstände
📚 Interessant: Die Pläne waren seit mehreren Jahren fertig, doch das Hochwasser vom 23. August 2005 — das in der Umgebung 16 Menschenleben forderte — richtete schwere Zerstörungen an. Die Eisenbrücke über den Seiche-Bach wurde von der Flut etwa 15 Meter weit fortgerissen.
Sehenswürdigkeiten von Bad Seiche
Grabmal von Orbán Balázs
Das Denkmal mit Kopfholz (kopjafa) und Halbrelief samt Bronzeporträt — Werk von Orbán Áron (1969). Eine der berühmtesten kulturellen Wallfahrtsstätten Siebenbürgens.
15 geschnitzte Szekler-Tore
Die Tore des Szekler-Tore-Freilichtmuseums — Werke von 1818 bis heute. Das älteste ist 207 Jahre alt!
Mineralwasser-Museum
Ein zweistöckiges 268-m²-Holzgebäude zur Vorstellung der Mineralwasser- und Bäderkultur des Szeklerlandes. Themenausstellungen ganzjährig.
Mineralwasserquellen
Die ursprünglichen Heilwasser mit hohem Eisen-, Schwefel- und Kohlensäuregehalt, nach denen das Bad benannt ist. Wurden sowohl für Trink- als auch für Badekuren genutzt.
Mini-Siebenbürgen-Park
Teil des Komplexes: Rumäniens einziger Modellpark mit über 90 siebenbürgischen Burgen und Schlössern. (Eigene ausführliche Seite!)
Insect Park (Insektenpark)
In Nachbarschaft des Modellparks zeigt eine Themenausstellung die Insektenwelt mit riesigen Robotermodellen.
260 Jahre Bäderkultur
Erste schriftliche Erwähnung
Der Name „Seiche" wird erstmals 1766 in Dokumenten erwähnt — die Nutzung der Heilwasser ist jedoch wahrscheinlich viel älter.
Badebecken aus Weidengeflecht
Das erste bekannte Badebecken — eine primitive Anlage aus Weidengeflecht, die jedoch bereits den Beginn eines organisierten Badelebens markiert.
Orbán Balázs kauft und modernisiert
Orbán Balázs kaufte Seiche und baute eine moderne Badeanlage: Warmbäder, Gasthäuser, Hotel. Hier schrieb er sein Lebenswerk, die sechsbändige „Beschreibung des Szeklerlandes".
Aufstellung des „Orbán-Balázs-Tores"
Orbán Balázs ließ sein eigenes Tor zwei Jahre vor seinem Tod errichten — ursprünglich vor seinem Haus, heute das letzte Tor vor seinem Grab. Front mit Taubenschlag, einst in Gold und Blau bemalt.
Tod von Orbán Balázs
Der „größte Szekler" starb am 19. April 1890 in Budapest. Gemäß seinem letzten Willen wurde er in Seiche bestattet — sein Grab ist auch heute hier, nach vier Umbettungen.
Abriss der alten Gebäude
Beim Bau der Landstraße wurden die alten Badegebäude, Gasthäuser und das Hotel abgerissen. Aus der Orbán-Balázs-Zeit blieb nur das Verwalterhaus erhalten.
Das heutige Grabmal
Nach den Entwürfen des Bildhauers Orbán Áron entsteht das Grabmal mit Kopfholz (kopjafa) und Halbrelief samt Bronzeporträt von Orbán Balázs.
Beginn des Szekler-Tore-Museums
Lehrer Kovács Mihály stellt 3 Tore auf — der Beginn des Szekler-Tore-Freilichtmuseums. Vofkori György setzte die Arbeit fort.
Verheerendes Hochwasser
Am 23. August 2005 verursachte ein verheerendes Hochwasser schwere Schäden in der Umgebung — es forderte 16 Menschenleben. Die Eisenbrücke über den Seiche-Bach wurde 15 Meter weit fortgerissen. Auch am im Bau befindlichen Mineralwasser-Museum entstand großer Schaden.
Eröffnung des Mineralwasser-Museums
Am 21. Mai 2008 öffnet das Mineralwasser- und Bädermuseum seine Türen — ein zweistöckiges Holzgebäude mit 268 m².
Bad Seiche in Bildern
Bildquellen: lokale Quellen
Nützliche Hinweise
Erreichbarkeit
- Ort: Stadtteil von Odorheiu Secuiesc
- Entfernung: 4 km Richtung Praid
- GPS: 46.3263° N, 25.2678° O
- Radweg aus der Stadt!
Öffnungszeiten
- Täglich: 10:00 – 18:00
- In der Hauptsaison: 10:00 – 19:00
- Ganzjährig besuchbar
- Hochbetrieb: Juli–August
Eintrittskarten
- Erwachsene: 40 RON
- Kinder/Rentner: 25 RON
- Unter 3 Jahren: kostenlos
- Parken: KOSTENLOS
Tipps
- Barrierefrei — auch mit dem Rollstuhl befahrbar
- Lies das Sütő-András-Zitat
- Zähle die 15 Szekler-Tore!
- Probiere Mineralwasser an der Quelle
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