Șugău-Höhle
Ein 1021 Meter langes, vierstöckiges Gangsystem am Rand von Valea Strâmbă —
eine 65 Millionen Jahre alte Tropfsteinwelt, Fledermäuse und geheimnisvolle Legenden tief im Sipoș-Felsen.
Quelle: lokale Quellen
Die „flüsternde" Höhle im Inneren des Sipoș-Felsens
Die Șugău-Höhle (ungarisch Súgó-barlang) ist die bedeutendste Höhle des Gheorgheni-Beckens und eine der schönsten Tropfsteinhöhlen der Ostkarpaten. Sie ist auch als „Șugău-Höhle von Valea Strâmbă" bekannt — sie liegt am Rand von Valea Strâmbă, im südwestlichen Ausläufer des 1600 Meter hohen Sipoș-Felsens.
Ihren Namen verdankt sie wahrscheinlich dem flüsternden, raschelnden Klang, der durch die schnellen Luftströmungen in den Gängen und das Rauschen des Wassers entsteht — daher der ungarische Name „súgó" (Flüsternder). Diese Stimmung ist auch heute noch zu spüren, wenn man in der Stille lauscht.
Die Höhle und ihre 17-19 Hektar große Umgebung bilden ein geschütztes Reservat, das seit Februar 2006 unter der Obhut des Lacu-Roșu-Adventure-Vereins steht. Das fortlaufend erforschte, 1021 Meter lange Gangsystem ist ein vierstöckiges System — drei trockene Etagen und eine aktive Etage mit Bach.
Kristallweiße Tropfstein-Formationen tief in der Höhle · lokale Quelle
Die Etagen der Höhle
Die Șugău-Höhle ist ein einzigartiges vierstöckiges Gangsystem: Die oberen drei Etagen sind trocken, die unterste ist aktiv und wird vom Bach einer Karstquelle durchflossen. Für Touristen ist nur die obere, ausgebaute Galerie zugänglich.
Hauptgang (oberer, touristischer Teil)
Der ausgebaute, mit Betonsteg versehene Besucherabschnitt, etwa 300 Meter lang. Hier befindet sich die Halle der Entdecker, wo Besucher die vielfältigen Tropfstein-Schätze der Höhle bewundern können.
Überlauf-Gang (Kriechstrecke)
Der Abschnitt für Abenteuerlustige, der Overall und Ausrüstung erfordert. Hier geht es durch enge, kletterbare Gänge weiter — ein echtes Höhlenforscher-Erlebnis.
Kristallkorridor des Großen Saals
Der tiefste Punkt der Höhle: ein 300 Meter langer Abschnitt mit 8 Metern Höhenunterschied. Hier ist die Tropfsteinwelt am schönsten — nur mit organisierter, geführter Tour zu besichtigen.
Aus Stein gewobene Wunder
Die Tropfstein-Formationen der Șugău-Höhle haben sich im Laufe von Jahrmillionen geformt. Das Wasser löste sie aus dem Kalkstein heraus und formte den Stein dann Tropfen für Tropfen neu — in außergewöhnliche Gebilde.
Stalagmiten und Stalaktiten
Der klassische Schmuck der Höhle: von der Decke hängende Stalaktiten und aus dem Boden wachsende Stalagmiten. Stellenweise sind sie zu Säulen zusammengewachsen.
Pagoden und Quallen
Pagodenförmige Tropfsteine und quallenartige Formationen machen die Höhle einzigartig. Jedes Stück ist das Ergebnis der langsamen Arbeit von Jahrtausenden.
Erbsenstein-Keulen
Eine der seltensten Formationen der Höhle: die Erbsenstein-Keulen. Winzige kugelförmige Kalzitkörner bedecken ihre Oberfläche, als wäre der Stein bestickt worden.
Fledermäuse und heimliche Bewohner
Die Innenwelt der Höhle · lokale Quelle
Trotz der rauen Bedingungen in der Șugău-Höhle ist die Tierwelt sehr vielfältig. Die 95% Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von 7-9 °C schaffen einen besonderen Lebensraum.
In der Höhle leben 5 Fledermausarten:
🦇 Hakenhaarige Fledermaus (am häufigsten) · gewöhnliche Fledermaus · Spitzohrige Fledermaus · Braunes Langohr · Langflügelfledermaus. Daneben haben auch zahlreiche Insekten- und Springschwanzarten in der Höhle ein Zuhause gefunden.
An der Oberfläche stehen die gesamte Vegetation und Tierwelt unter Schutz. Von besonderem Wert ist der Frauenschuh (Cypripedium calceolus), eine seltene geschützte Orchideenart, die in der Umgebung der Höhle vorkommt.
Von der Entdeckung zum Tourismus
Die Einheimischen wussten seit Jahrhunderten von der Höhle, doch ihre wissenschaftliche Erforschung begann erst im 20. Jahrhundert. Seitdem schreiten Kartierung und Ausbau der Besucherbedingungen schrittweise voran.
Paläozän — Entstehung der Höhle
Sie entstand während Faltungsbewegungen vor etwa 65 Millionen Jahren im Dolomit- und kristallinen Kalksteinmassiv des Sipoș-Felsens. Der Auflösungsprozess durch Wasser begann entlang tektonischer Spalten und Verwerfungen.
Erste Erkundungen
In den 1930er Jahren begannen einheimische Touristen, vor allem Schatzsucher, sie zu erkunden — Ákos Romfeld sen. und József Kémenes durchquerten die Höhle und fanden Knochen des Höhlenbären (Ursus spelaeus), die ins Museum von Cluj gelangten.
Erste gedruckte Erwähnung
Dr. Andor Csibi erwähnt die Höhle in seinem Werk „Monographie und Führer des Klimakurorts Lacu Roșu" als eine wichtige Sehenswürdigkeit der Stadtumgebung.
Beginn der systematischen Erforschung
Mit Unterstützung des Museums von Gheorgheni nahm die Amateur-Höhlenforschergruppe „Bányai János" ihre Arbeit auf — Ferenc Gereöffy, Oszkár Benedek und ihre Mitstreiter erforschten und kartierten die Gänge.
Bau der Schutzhütte
Zur weiteren Erforschung und für die Besucher wurde neben der Höhle die heute noch sichtbare Schutzhütte errichtet. Damals entstand auch die erste Karte der oberen Gänge.
Obhut des Lacu-Roșu-Adventure-Vereins
Ab Februar wurde der Lacu-Roșu-Adventure-Verein der offizielle Pfleger und Betreiber der Höhle und ihrer Umgebung. Seitdem ist sie nur mit organisierten, geführten Touren zugänglich.
Legenden und Sagen
Mit der Șugău-Höhle sind mehrere in der lokalen Überlieferung lebende Legenden verbunden. Auch das Szekler Legendarium hat sie aufgegriffen — die Höhle ist somit nicht nur ein Natur-, sondern auch ein Kulturschatz.
Die Legende der goldenen Tropfen
Der Überlieferung nach tropft in der Șugău-Höhle Gold von der Decke — und füllt alle sieben Jahre drei Eimer mit dem Edelmetall. Dieser Glaube lebt in der mündlichen Überlieferung bis heute und hat über die Jahrzehnte viele Schatzsucher in die Höhle gelockt.
Der Name „die Flüsternde"
Die Höhle verdankt ihren Namen wahrscheinlich den schnellen und konstanten Luftströmungen in den Gängen sowie dem Rauschen des Wassers — zusammen erzeugen sie einen flüsternden, raschelnden Klang. Das ungarische Wort „súgó" stammt vom Verb „suttog" (flüstern).
Die Höhle in Bildern
Bildquellen: lokale Quellen
Bevor du aufbrichst
Öffnungszeiten
- 1. Juli – 1. September: täglich
- Außer montags 10:00–17:00 Uhr
- 1. Sept. – 30. Juni: an Wochenenden
- Voranmeldung erforderlich!
- Tourdauer: 40-50 Minuten
Eintritt
- Erwachsene: 15 Lei / Person
- Schüler, Kinder: 10 Lei / Person
- Nur geführte Touren möglich
- Tel.: +40 (0)744 701 815
- Web: sugocave.ro
Anfahrt
- Zwischen Voșlăbeni und Valea Strâmbă
- Von Gheorgheni: ca. 20 km
- Aus Richtung Miercurea Ciuc: Straße DN12
- Der Waldweg wird von einem Schotterabschnitt eingeleitet
- Parkplatz vor der Höhle
Ausrüstung
- Warme Kleidungsschicht (in der Höhle 7-9 °C)
- Wanderschuhe oder Turnschuhe (lehmig, feucht)
- Lampen werden gestellt
- Haftungserklärung erforderlich
- Unfallversicherung empfohlen
Wusstest du?
In der Höhle enthält die Luft mehr Kohlendioxid als im Freien — was einen besonderen Lebensraum für die hier lebenden Insekten, Fledermäuse und Springschwänze schafft. Die Luftfeuchtigkeit von 95% bleibt konstant.
In den 1930er Jahren fanden Forscher Knochen des Höhlenbären (Ursus spelaeus) in der Șugău-Höhle — Spuren einer vor Zehntausenden Jahren ausgestorbenen Tierart. Die Knochen befinden sich heute im Museum von Cluj.
Die Șugău-Höhle ist eine geologische Besonderheit: Die umliegenden Sipoș-Berge bestehen nicht aus Kalkstein, sondern aus kristallinen Schiefern — eingelagert dazwischen liegt die Dolomit-Kalksteinschicht, in der die Höhle entstanden ist.
Die Höhle ist nicht nur im Sommer zugänglich: von September bis Juni kann sie auch an Wochenenden nach Voranmeldung besichtigt werden. Die Innentemperatur von 7-9 °C bleibt das ganze Jahr konstant — im Winter wärmer, im Sommer kühler.