Harghita-Mădăraș
Auf 1801 Metern Höhe im Herzen Siebenbürgens — der nördliche Rest des Randes eines ehemaligen Schichtvulkankraters,
wo Kopjafa-Grabpfähle und Nationalbänder am Gipfel die sakrale Bedeutung des Ortes verkünden.
Der heilige Berg der Szekler
Harghita-Mădăraș (1801 m) ist der höchste Gipfel des Harghita-Gebirges und des Szeklerlandes — im Volksmund wird er „heiliger Berg der Szekler" genannt. Er ist der nördliche Rest des Randes eines ehemaligen Schichtvulkankraters; bei klarem Wetter sind das gesamte Siebenbürgische Becken und die Kämme der Südkarpaten sichtbar.
Die Bezeichnung „heiliger Berg der Szekler" verwendete Péter Tófalvi erstmals nach 1998 — seither hat sie sich nach und nach im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert. Ältere Namen: Galusz-tető, Nagy-Hargita, Havas, Nagy-havas, Nagyerdő.
Harghita-Mădăraș ist der meistbesuchte Gipfel des Harghita-Gebirges — zugleich Wanderparadies, Skipiste und Pilgerstätte. An der Nordwestseite, auf 1650 Metern Höhe, befindet sich das Schutzhaus Harghita-Mădăraș, das 1941 mit Unterstützung der ungarischen Regierung errichtet wurde.
Der Gipfel Harghita-Mădărașa kopjafákkal · helyi forrás
Erinnerung an einen uralten Vulkan
Harghita-Mădăraș ist ein Andesit-Berg vulkanischen Ursprungs — Teil der vulkanischen Kette Călimani–Gurghiu–Harghita, eines der größten vulkanischen Überreste der Ostkarpaten. Der einstige Krater war 5 km breit; heute bildet sein Rand mehrere teils noch erkennbare Gipfel.
An der Südseite entspringt der längste Wasserlauf der Harghita, der Bach Vârghiș — der später auch die dramatische Vârghiș-Klamm schuf. Dank postvulkanischer Tätigkeit gibt es am Gebirgsrand zahlreiche eisen- und magnesiumhaltige, stark kohlensäurehaltige Mineralwasserquellen und Mofetten.
Die 5 Hauptgipfel der Harghita-Kette
Das Harghita-Gebirge ist der Rest eines einstigen halbkreisförmigen Schichtvulkankraters, dessen Rand von 5 Hauptgipfeln gebildet wird — jeder über 1700 Meter hoch:
Harghita-Mădăraș
Der höchste, am Nordrand des Kraters
Harghita-Racu
Zweithöchster Gipfel
Harghita-Ciceu
An seiner Südseite liegt Băile Harghita
Harghita-Siculeni
Der südöstliche Kraterrand
Mihály-Berg
Der nordwestliche Wächter des Kraters
Hinzu kommt der äußere Wächtergipfel des Kraterrandes, Oltárkő (1358 m) — eine der wichtigsten Stationen des blau markierten Wanderwegs, der zum Harghita-Mădăraș hinaufführt.
Wie kommt man hinauf?
1. Von Izvoare aus — am häufigsten
Von Sub Cetate aus 8 km Asphaltstraße bis Izvoare, dann 2,5 km steinige Piste, schließlich ansteigender Asphalt bis zum Schutzhaus (1650 m). Von dort etwa 1 Stunde zu Fuß zum Gipfel. Im Winter sind Schneeketten erforderlich.
2. Traktortransport
Von der Abzweigung Filia mit traktorgezogenem Anhänger: 9 km durchgehend durch Tannenwald bis zum Schutzhaus, von dort zu Fuß auf den Gipfel. Eine stimmungsvolle Winterlösung.
3. Von Vlăhița aus — blaues Kreuz
Eine längere, aber landschaftlich schönere Wanderung. Route: TourInfo-Büro → Thermalbad → Csonka → Oltárkő → Hegyes-kő → Kazán-sarka → Schutzhaus.
Der Berg der Kopjafa-Pfähle, Kreuze und Nationalbänder
Kopjafa-Pfähle, Kreuze und Nationalbänder am Gipfel Harghita-Mădăraș · lokale Quelle
Der Gipfel Harghita-Mădăraș ist nicht nur ein Touristenziel — er ist auch ein Pilgerort. Oben angekommen bezeugen ein Wald aus Kopjafa-Pfählen und Kreuzen, hölzerne Statuen und „Schamanen"-Säulen sowie kleinere und größere Steinhaufen, dass es sich um einen für die szeklerischen und ungarischen Gemeinschaften sehr bedeutsamen sakralen Ort handelt.
Nationalbänder und Kränze bleiben das ganze Jahr über am Gipfel, und viele Besucher hinterlassen einen kleinen Steinhaufen oder ein Gebetsheft. Der Gipfel ist ein besonders wichtiger Wallfahrtsort für die ungarischen Gemeinschaften in Ungarn und in der Diaspora.
Das 360°-Panorama umfasst fast das gesamte Siebenbürgische Becken — bei klarem Wetter ist ein riesiger Teil des inneren Karpatenbogens zu sehen.
Harghita-Mădăraș in Bildern
Bildquellen: lokale Quellen
Wann ist es am schönsten?
Frühling (April–Juni)
Nach der Schneeschmelze färben sich die Hänge gelb von Wildblumen. Frisches Grün, kühler Tannenduft, wenige Touristen — die beliebteste Wanderzeit.
Sommer (Juli–August)
Hauptsaison — schnelle Wanderungen, Familienpicknicks auf dem Hochplateau. Rund um das Schutzhaus Sommerlager und Kulturprogramme.
Herbst (September–Oktober)
Wunderbare Farben in den Laubwäldern der Harghita, klares Panorama. Die Luft ist um diese Zeit am reinsten — man sieht weit.
Winter (Dezember–März)
Skisaison auf den Pisten Șugău und Nagy-Mihály. Der Gipfel wird zum Schneefeld — die Winterwallfahrt ist ein besonderes Erlebnis.
Nützliche Hinweise
Erreichbarkeit
- Ort: Harghita-Gebirge
- Kreis: Harghita
- GPS: 46.4399° N, 25.5829° O
- Höhe: 1801 m
Anreise
- Von Odorheiu Secuiesc: 36 km
- Von Miercurea Ciuc: ~50 km
- Route: Zetea → Izvoare
- Vom Schlagbaum 9 km bis zum Schutzhaus
Wann
- Ganzjährig besuchbar
- Skisaison: Dez.–März
- Wandersaison: Mai–Okt.
- Eintritt: frei (geringe Wegegebühr in Lei)
Tipps
- Zwiebellook — oben ist es kühl
- Wanderschuhe und Regenjacke sind Pflicht
- Wasser, Verpflegung — oben nur wenig erhältlich
- Platzreservierung im Schutzhaus im Voraus!