Haáz-Rezső-Museum
In der Haberstumpf-Villa — das materielle und geistige Erbe des Szeklerlandes in einem ehrwürdigen eklektischen Gebäude vom Anfang des 20. Jahrhunderts,
wo das Genie János Bolyais auf die Schätze der Szekler Volkskunst trifft.
Das materielle und geistige Erbe des Szeklerlandes
Das Haáz-Rezső-Museum in Odorheiu Secuiesc ist eines der wichtigsten Kulturzentren der Region und bewahrt das materielle und geistige Erbe des Szeklerlandes in der restaurierten, ehrwürdigen Haberstumpf-Villa. Die Einrichtung ist zugleich ein ethnographisches, lokalhistorisches, kunsthistorisches und naturwissenschaftliches Museum — ein Zentrum für das Sammeln, Verarbeiten und öffentliche Ausstellen des kulturellen Erbes des historischen Udvarhelyer Stuhls.
Das Museum trägt den Namen des Zeichenlehrers Haáz Rezső (1883–1958), der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine ethnographische Sammlung von über 4.000 Stücken zusammenstellte. Seine Arbeit bildet das Fundament des heutigen Museums — die Sammlung ist seit 1913 für Besucher zugänglich und wird seit 1950 als staatliches Museum geführt.
Das Museum dient auch als Gemeinschaftsraum: Regelmäßig finden Ausstellungseröffnungen, Konzerte, Kinderprogramme und die mittlerweile traditionelle Nacht der Museen in der Haberstumpf-Villa und im Museumsgarten statt.
Die Haberstumpf-Villa, a múzeum otthona · helyi forrás
Die Haberstumpf-Villa — német eklektika Székelyföldön
Die Villa wurde von dem deutschen Architekten Károly Haberstrumpf aus Bistritz zu Beginn des 20. Jahrhunderts entworfen und gebaut. Das Gebäude erhebt sich im charakteristischen deutschen eklektischen Stil — mit einem Erscheinungsbild, das sich markant abhebt von anderen zeitgenössischen Bauten in Odorheiu Secuiesc. Seine monumentale Größe und reich verzierte Fassade spiegeln den hohen gesellschaftlichen Status der Familie Haberstrumpf wider.
Heute beherbergt das Gebäude alle Ausstellungsbereiche des Museums — die ethnographischen, lokalhistorischen, naturwissenschaftlichen und Kunstsammlungen unter einem Dach. Im Untergeschoss befindet sich die interaktive Ausstellung Bolyai – Genius Siebenbürgens, eröffnet 2024.
„Aus dem Nichts habe ich eine neue, andere Welt erschaffen"
Die interaktive Ausstellung des Museums BOLYAI – Genius Siebenbürgens wurde in der Nacht der Museen am 22. Juni 2024 eröffnet. Kurator ist der Historiker und Museologe Szász Hunor; die Ausstellung wurde im Rahmen des Programms Ungarisches Genie des Nationalen Kulturfonds mit einer Förderung von 23 Millionen Forint realisiert.
Innerer Ausstellungsraum des Museums · lokale Quelle
Die Ausstellung präsentiert das Leben und das mathematische Genie János Bolyais nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern entlang thematischer Meilensteine. Der reizarme, dunkle Raum im Untergeschoss bereitet den Besucher auf die moderne Rezeption der absoluten Geometrie vor — auf Aufmerksamkeit, Konzentration und Staunen.
Partner der Ausstellung: die Teleki–Bolyai-Bibliothek in Târgu Mureș, das Siebenbürgische Nationalmuseum für Geschichte (Cluj-Napoca), das Ungarische Nationalmuseum (Budapest), die Ungarische Akademie der Wissenschaften und das Institut für Militärgeschichte.
Im November 1823 schrieb János Bolyai an seinen gelehrten Vater Farkas Bolyai: „aus dem Nichts habe ich eine neue, andere Welt erschaffen" — er hatte also die Grundlagen der nichteuklidischen Geometrie gelegt. 2023 rief die UNESCO ihm zu Ehren ein Bolyai-Gedenkjahr aus.
Was kann man im Museum sehen?
Bolyai – Genius Siebenbürgens
Interaktive Ausstellung im Untergeschoss, mit modernen museologischen und audiovisuellen Lösungen — auch für die jüngere Generation reizvoll, ganz im Zeichen des spielerischen Lernens.
Ethnographische Sammlung
Die Gründungssammlung Haáz Rezsős mit über 4.000 Stücken — Szekler Trachten, Gebrauchsgegenstände und Volkskunstobjekte aus dem gesamten Udvarhelyer Stuhl.
Lokalgeschichte
Die Geschichte von Odorheiu Secuiesc und des Udvarhelyer Stuhls vom Mittelalter bis heute — im Spiegel von Dokumenten, Fotografien, Gebrauchsgegenständen und Karten.
Bildende Kunst
Wechselnde Kunstausstellungen — die Gedenkausstellung Benczúr Gyula sowie Werke weiterer siebenbürgischer und ungarischer Künstler.
Gedenkausstellung Bányai János
Bányai János (1886–1974), der bekannte Geologe, Erforscher von Aragonit und Mineralwässern — das Erbe seiner über 100 wissenschaftlichen Arbeiten.
Szeklertor-Museum am Bad Seiche
Die Freiluft-Abteilung des Museums am Bad Seiche — neben dem Grab von Orbán Balázs, eine Freilichtsammlung geschnitzter Szeklertore.
Über 200 Jahre im Dienst des Sammelns
Erstes Protokoll
Das erste Inventar des vom Grafen Bethlen János gegründeten reformierten Kollegs — schon damals gab es Antiquitäten, eine numismatische und geologische Sammlung, einen naturkundlichen Schrank und eine Kunstsammlung.
Haáz Rezsős Sammlung wird öffentlich
Die von Zeichenlehrer Haáz Rezső (1883–1958) gegründete volkskundliche Sammlung mit 4.000 Stücken wurde der Öffentlichkeit zugänglich. Frühere Museumsinitiativen waren erfolglos geblieben — dies wurde der lebensfähige Kern.
Wird staatliches Museum
Nach der kommunistischen Machtübernahme wurde das Museum in eine staatliche Einrichtung umgewandelt — die Kontinuität der Sammlung und des Betriebs blieb gewahrt.
Wiedervereinigung mit der Bibliothek
Das Museum vereinigte sich erneut mit der wissenschaftlichen Stadtbibliothek und arbeitet heute als landesweit bedeutendes kulturelles und wissenschaftliches Zentrum.
Eröffnung der Bolyai-Ausstellung
Eröffnung der Ausstellung Bolyai – Genius Siebenbürgens, realisiert mit einer ungarischen Förderung von 23 Millionen Forint — eine neue Ära der modernen Museologie beginnt.
Das Museum in Bildern
Bildquellen: lokale Quellen
Nützliche Hinweise
Öffnungszeiten (Sommer: Apr.–Aug.)
- Dienstag – Freitag: 9:00 – 18:00
- Samstag – Sonntag: 10:00 – 18:00
- Montag und Feiertage: GESCHLOSSEN
- Winterzeiten: 9:00–17:00, Sa-So: 10–14
Eintrittspreise
- Erwachsene: 10 RON
- Rentner, Studenten: 5 RON
- Schüler (bis 12. Klasse): 4 RON
- Frei: Kinder unter 6, Menschen mit Behinderung, Journalisten
- Fotoerlaubnis: 10 RON · Führung: 15 RON
Erreichbarkeit
- Adresse: Bethlen-Gábor-Straße 2-6
- Telefon: +40 266 218 375
- Web: hrmuzeum.ro
- GPS: 46.3126° N, 25.3050° O
- 10-15 Minuten Fußweg vom Hufeisenplatz
Tipps
- Die Bolyai-Ausstellung ist Pflicht! Mit Führung noch besser
- Kauf die Monographie Geschichte des Szeklerlandes
- Szeklertor-Museum am Bad Seiche — ein eigener Ausflug
- Nacht der Museen — der Samstag der Johannisnacht
Wer war Haáz Rezső?
Der Zeichenlehrer Haáz Rezső (1883–1958) war einer der leidenschaftlichsten ethnographischen Sammler von Odorheiu Secuiesc. Jahrzehntelang durchwanderte er die Dörfer des Udvarhelyer Stuhls — er trug eine volkskundliche Sammlung von über 4.000 Stücken zusammen: Trachten, Gebrauchsgegenstände, geschnitzte Möbel, Holzschnitzereien und Keramik. Mit seiner Arbeit rettete er die schwindende materielle Kultur des Szeklerlandes für die Nachwelt.
Frühere Museumsinitiativen waren in Odorheiu Secuiesc erfolglos geblieben — nur Haáz Rezsős Sammlung wurde zu einer eigenständigen Einrichtung. 1913 öffnete er die Sammlung der Öffentlichkeit und legte damit die Grundlage des heutigen Haáz-Rezső-Museums.
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