Die franziskanische Wallfahrtskirche und das Kloster von Schomlenberg
Universelle geistige Bastion des Ungartums und Marienwallfahrtsort — jahrhundertealte franziskanische Tradition und Zentrum der Pfingstwallfahrt
Die Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung" und das Franziskanerkloster von Schomlenberg bilden eines der bedeutendsten religiösen, geistigen und historischen Zentren des Ungartums im Karpatenbecken und weltweit. Obwohl Schomlenberg seit 1959 verwaltungsmäßig zu Miercurea Ciuc gehört, lebt der Ort dank seiner einzigartigen sakralen Ausstrahlung als eigenständiger Begriff im öffentlichen Bewusstsein weiter.
Das Herz des Wallfahrtsortes ist die monumentale barocke Basilika aus dem 19. Jahrhundert, deren Hauptaltar die größte wundertätige Marienstatue der Welt krönt. Die jahrhundertelange Präsenz und das geistige Wirken der Franziskanermönche haben Schomlenberg zur höchsten Bastion der Bewahrung der nationalen Identität und zum Zentrum der Pfingst-Gelübdewallfahrt gemacht.
Die Baugeschichte des Wallfahrtsortes
Die gotischen Grundmauern und die Stiftung Johann Hunyadis
Die Franziskanermönche errichteten zwischen 1442 und 1448 die erste gotische Kirche und das Kloster, zum Teil aus der Stiftung Johann Hunyadis (Hunyadi János) — gespeist aus der Beute seines Sieges über die Osmanen. Die Kirche wurde zu Ehren Mariä Heimsuchung (Sarlós Boldogasszony) geweiht; dies ist bis heute der eigene Patronatstag der Kirche, der 2. Juli.
Vom ursprünglichen gotischen Kloster sind lediglich ein Portal und ein Kellerfensterchen erhalten geblieben — alles Übrige fiel der Tatareneinfälle des 17. Jahrhunderts und späteren Wiederaufbauten zum Opfer. Kirche und Kloster wurden mit starken Steinmauern umgeben, hinter die sich die Bevölkerung der Umgebung bei feindlichen Einfällen zurückziehen konnte.
Die Errichtung der heutigen barocken Wallfahrtskirche
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erwies sich die gotische Kirche als zu klein für den wachsenden Pilgerstrom; daher beschlossen die Franziskaner 1802, eine vollkommen neue, monumentale Kirche zu errichten. Der Bau der neuen barocken Kirche wurde 1804 nach den Plänen des Architekten Konstantin Schmidt begonnen — ihre beiden imposanten Glockentürme wurden 1830 fertiggestellt.
Die Kirche wurde am 20. August 1876 von Mihály Fogarasy, Bischof von Siebenbürgen, geweiht. Die Marienstatue an der Fassade fertigte 1837 der Kronstädter Kupfermeister Rothenbacher an. Die Innenausstattung — größtenteils das Werk des Kronstädter Malers und Bildhauers Miklós Papp — ist reich vergoldet, mit monumentalen Lüstern und kunstvoll gearbeiteten Bänken geschmückt. 1948 erhob Papst Pius XII. die Kirche in den Rang einer basilica minor.
Babba Maria — die größte Marienstatue der Welt
Der kostbarste Schatz des Hauptaltars ist die Anfang des 16. Jahrhunderts (1510–1520) aus Lindenholz geschnitzte und vergoldete Renaissance-Marienstatue. Mit ihrer Höhe von 2,27 Metern ist sie die größte bekannte wundertätige Marienstatue der Welt — sie überstand wie durch ein Wunder den türkisch-tatarischen Brand von 1661.
Die Gottesmutter wird nach der Offenbarung des Johannes als „das Sonnenweib" dargestellt: von einem Strahlenkranz umgeben, steht sie auf der Mondsichel, auf dem Haupt eine Krone, in der rechten Hand das Zepter und in der linken das Jesuskind. Der Heiligenschein aus zwölf Sternen verweist auf das apokalyptische Sonnenweib. Die moldauischen Tschangos nennen sie liebevoll Babba Maria.
Die Auszeichnung mit der päpstlichen Goldenen Rose
Der wichtigste Meilenstein der jüngeren Zeit war der Besuch von Papst Franziskus am 1. Juni 2019. Aus diesem Anlass schenkte der Heilige Vater der Schomlenberger Gottesmutter die Goldene Rose (Rosa d'Oro) — eine aus Edelmetall gefertigte, äußerst detailreich gestaltete Blumenkomposition.
Diese Gabe ist die höchste Auszeichnung des Heiligen Stuhls, die den bedeutendsten Marienwallfahrtsorten der Welt vorbehalten ist. Die Goldene Rose ist bis heute in der Basilika zu sehen, unmittelbar neben der wundertätigen Statue aufgestellt — würdige Bestätigung der jahrhundertealten Verehrung, die der Babba Maria von Schomlenberg gilt.
Das geistige Erbe des Klosters — Meilensteine
Erste urkundliche Erwähnung
Erste bekannte schriftliche Erwähnung der Schomlenberger Kirche — die Siedlung erscheint bereits 1335 unter dem Namen Sumlov.
Ablassbrief Papst Eugens IV.
Der Papst gewährte in einem Rundschreiben jenen einen Ablass, die den Bau der Kirche unterstützten.
Die Schlacht am Tolvajos-Pass
Die katholischen Szekler schlugen am Pfingstsamstag das Heer Johann Sigismunds zurück — der Beginn der Gelübdewallfahrt.
Der große Tatareneinfall
Die Truppen des Pascha Ali von Timișoara brannten Kirche und Kloster nieder — die Marienstatue blieb jedoch wie durch ein Wunder verschont.
Gründung der Kájoni-Druckerei
Pater Joannes Kájoni gründete die einzige katholische Druckerei Siebenbürgens, die bis 1727 in der Region konkurrenzlos blieb.
Cantionale Catholicum
Erstausgabe der Druckerei: Kájonis lateinisch-ungarisches Kirchenliederbuch, das bis heute in Gebrauch ist.
Baubeginn der heutigen Basilika
Beginn des Baus der barocken Kirche nach den Plänen Konstantin Schmidts — die Weihe folgt 1876.
Basilica-Minor-Rang
Papst Pius XII. erhob die Kirche zur päpstlichen Basilica Minor und würdigte damit ihre universelle geistliche Bedeutung.
Wiederauffindung des Kájoni-Kodex
Die seit 1944 verschollene Musikhandschrift des 17. Jahrhunderts wird verborgen in der Wand des Klosterspeisesaals entdeckt.
Besuch von Papst Franziskus
Der Heilige Vater schenkt der Gottesmutter die Goldene Rose — die höchste päpstliche Anerkennung des Wallfahrtsortes.
Hungarikum-Status
Die Pfingstwallfahrt von Schomlenberg und der Wallfahrtsort werden offiziell in das Hungarikum-Register aufgenommen.
Die Schätze der Wallfahrtskirche und des Klosters
Die Wegenstein-Orgel
1931 · TimișoaraDas von der Temesvarer Orgelbauanstalt „Leopold Wegenstein und Söhne" errichtete Instrument ist eine der schönsten Orgeln Siebenbürgens — mit 2.824 Pfeifen und 40 Soloregistern. Sie wurde nach den Plänen von József Geyer angefertigt und steht am Platz der Kájoni-Orgel des 17. Jahrhunderts.
Der Kájoni-Kodex und die Handschriften
17. JahrhundertDas bedeutendste Dokument der siebenbürgischen Musikgeschichte des 17. Jahrhunderts — 346 Musikstücke in Orgeltabulaturschrift. Der lange verschollen geglaubte Kodex wurde 1985 in der Klostermauer entdeckt. 1980 wurden zudem unter der Marienstatue vier weitere Kájoni-Handschriften gefunden: das Calendarium, das Herbarium, das Hymnarium und das Schwarze Buch (Liber niger). Heute werden sie im Szeklermuseum von Tschik aufbewahrt.
Die Franziskanerbibliothek
16. — 18. JahrhundertEine der wertvollsten mittelalterlichen kirchlichen Sammlungen Siebenbürgens — mit Inkunabeln, illuminierten Kodices und Bücherraritäten. Zufluchtsort des siebenbürgisch-katholischen Bucherbes in der Zeit des protestantischen Fürstentums. Ein wesentlicher Teil wird im Szeklermuseum von Tschik bewahrt.
Herausragende kirchliche und nationale Werte
Hungarikum-Auszeichnung
Die Pfingstwallfahrt von Schomlenberg und der Wallfahrtsort wurden 2020 offiziell in das Hungarikum-Register aufgenommen.
Patronatsfest Mariä Heimsuchung
Der eigene Patronatstag der Kirche ist der 2. Juli — an diesem Tag wurde die ursprüngliche gotische Kirche zu Ehren der Heimsuchung Mariens geweiht.
Das Franziskanergymnasium
Neben dem Kloster bestand seit 1667 das berühmte Franziskanergymnasium von Schomlenberg, in dem auch Sándor Petőfi weilte — Alma Mater zahlreicher Persönlichkeiten bis 1911.
„Schomlenberg ist nicht nur ein Wallfahrtsort unter vielen, sondern das ewige Symbol des Fortbestands des Ungartums, seiner geistigen Einheit und der kompromisslosen Verteidigung seines christlichen Glaubens."
— Erzdiözese Alba IuliaBesucherinformationen
Adresse und Lage
Szék-Straße 148, Schomlenberg (Miercurea Ciuc), Kreis Harghita.
Vom Stadtzentrum aus zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Szék-Straße gut erreichbar — etwa 3 km nordöstlich.
Wichtige Ereignisse
Pfingstsamstag: Start- und Endpunkt der Wallfahrt von Schomlenberg.
2. Juli: eigenes Patronatsfest der Kirche, Mariä Heimsuchung (Sarlós Boldogasszony).
Feierliche Nachtwachen am Freitagabend und tägliche heilige Messen das ganze Jahr hindurch.
Verwandte Sehenswürdigkeiten
Nach dem Besuch der Wallfahrtskirche empfiehlt es sich, entlang der Kreuzwegstationen hinauf zum Sattel von Schomlenberg zwischen Kleinem und Großem Schomlenberg zu wandern, zum Dreihügelaltar und zur Salvator-Kapelle.
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